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G E S I CHT E R UND G E S CH I CHT E N

Auf Wiedersehen, Karin Kaiser!

sche Klima so zu gestalten, dass

sich alle Beteiligten wohl fühlen

undmotiviertamProzessderSchul-

erneuerung teilnehmen, war schon

eineHerausforderung. Anstöße aus

dem Kollegium wahrzunehmen

und zu unterstützen, das waren

meine Aufgaben im Alltag. Auch

wenn manchmal Widerstände auf-

traten, habe ich meine Entschei-

dung, LeiterinderMichaelschule zu

werden, niebereut. Ichkonnte aktiv

die Schulentwicklung gestalten,

unterstützt durch ein Kollegium,

auf das ich mich verlassen konnte.

Bei der Gemeinde als Schulträger

fand ich immer ein offenes Ohr für

Ideen aus unserer Schule. Hier gab

es stetsHilfestellungenbei der Um-

setzung von Projekten. Dafür bin

ich sehr dankbar.“

Karin Kaiser war 26 Jahre lang als

Pädagogin an der Groß Rekener Mi-

chael-Grundschule tätig, zu deren

Rektorinsie 2009 ernanntwurde. Sie

hat ihren Beruf immer geliebt und

versucht, die Zusammenarbeit mit

allen Beteiligten ausgleichend und

zum Wohle der Schülerinnen und

Schüler zu gestalten. Absolut im

Mittelpunkt stand für sie die tägli-

cheArbeitmit denKindern, stets auf

vertrauensvoller Basis, mit höfli-

chen Umgangsformen und gegen-

seitigem Respekt. Kiek äs hat mit

KarinKaisergesprochenundsieüber

berufliche Themen, aber auch über

ihren neuen Lebensabschnitt be-

fragt.

Kiek äs:

Frau Kaiser, worauf kommt

es für Sie beim Lehrersein an?

„AlsLehrer/inbinichVorbild.Nur,

wenn ich den Kindern respektvoll

begegne und sie wertschätze, kann

ich ein gutes Miteinander errei-

chen. Fühlen sich Schülerinnenund

Schüler akzeptiert und ernst ge-

nommen, können sie erfolgreich

lernen. Da Erziehungsarbeit nie oh-

ne Empathie zu leisten ist, kann ich

nicht emotionslos und gleichzeitig

eine gute Lehrerin sein. Hingabe

und Identifikation spielen eine Rol-

le. Bei allem steht das Kind imMit-

telpunkt!“

Kiek äs:

Welche Veränderungen und

besonderen Aktionen gab es an der

Michaelschule während Ihrer Zeit

als Rektorin?

„Verändert hat sich eine ganze

Menge. Die Einrichtung und der

Ausbau der OGS, das Verkehrssi-

cherheitskonzept walking-bus, die

Gestaltung des Übergangs von der

Kita in die Grundschule, Kooperati-

onen mit den Kitas, die künstleri-

sche Gestaltung der Schule zusam-

men mit Veronika Wenker unter

Beteiligung der Viertklässler und

des Fördervereins, das Grüne Klas-

senzimmer imSchulgartenunddas

mir sehr am Herzen liegende Trom-

melzauberprojekt .“

Kiek äs:

Wie sehen Sie rückblickend

Ihre Aufgaben als Schulleiterin?

„Ich musste versuchen, zwischen

Schulministerium,

Schulträger,

Schülern, Eltern und Kindern aus-

gleichend und integrierend zu wir-

ken. Was nicht immer einfach war.

Das Schulleben und das pädagogi-

ZUR PERSON

Karin Kaiser, geboren am 23. April 1954 in Kamen,

ist in Unna aufgewachsen. Nach dem Abitur folgte

ein Lehramtsstudium an der Pädagogischen Hoch-

schule Göttingen mit dem Stufenschwerpunkt

Grundschule und Orientierungsstufe sowie den Fä-

chern Deutsch und Geschichte. Im Anschluss an

die 2. Staatsprüfung war Karin Kaiser an mehreren

Schulen tätig, so zum Beispiel an der Harkortschule Witten, an der

Grundschule Wetter und der Hauptschule Hagen. Sie erweiterte ihr

Fachspektrum zudem durch die Neigungsfachausbildung Evangelische

Religionslehre. Im Zuge von Versetzungsverfahren wechselte sie an die

Berufsfach- und Fachoberschulen der Stadt Bottrop, dann an die Ge-

samtschule Wulfen und im Jahr 1991 schließlich an die Rekener

Michaelschule. Hier fand die seit vielen Jahren in Velen wohnende Leh-

rerin ihre endgültige pädagogische Heimat. 2001 wurde Karin Kaiser zur

Konrektorin ernannt, machte 2004 noch eine Ausbildung zur Lernthera-

peutin und war seit 2009 die Schulleiterin der Grundschule.